Kostenlose Counter von Counterstation

Impressum

Startseite

Übersicht

Bestellungen

 

SYMPOSION.ORG

Internetforum von Dr. Stefan Scheil

III. Rezensionen von "Logik der Mächte"

Holger v. Dobeneck in der "Jungen Freiheit" vom 31. März 2000

Markus Lang in der "Zeitschrift für Politikwissenschaft" 3/2000

Beate Ziegs in "Deutschlandradio", 29. Dezember 2000

Max Schulte in "politik-buch.de" - Wahl von "Logik der Mächte" zum "Buch der Woche"

Jost Dülffer in der "Historischen Zeitschrift", Bd. 271, August 2000:

Stefan Scheil hat aus dem Vortragsthema seines Rigorosums ein Buch gemacht und liefert einen Essay, den man gemeinhin höflich mit mutig und zupackend beschreiben kann. ... Scheil rennt mit seinem Ansatz offene Türen ein, die Ereignisse des Jahres 1939 nicht nur als nationalsozialistische Aggression gegenüber Polen und anderen europäischen Staaten zu sehen. Seine Gewährsleute vor aller weltweiter Betrachtung sind nach Ludwig Dehio vor allem Henry Kissinger und Paul Kennedy, die eingangs zitiert werden, dann aber auch der hier an versteckter Stelle als Bezugspartner gewählte Manfred Rauh. Scheil sieht seit dem Ersten Weltkrieg sowohl die USA als auch (das für ihn überwiegend außereuropäische) Rußland als künftige Weltmächte, die mit großem Selbstbewußtsein erklärten, in einen Krieg erst dann eintreten zu wollen, wenn es die eigenen Chancen verbesserte. Vor allem ein amerikanischer wirtschaftlich-ideologischer Expansionismus wird sehr viel schärfer akzentuiert, als es die seriöse Forschung zumeist getan hat. Für die sowjetische Seite wird zwar kein ideologisch bestimmtes Weltherrschaftsstreben unterstellt, aber konkrete Expansionswünsche notiert. Die USA bestimmten nach Scheil auch ohne Ratifizierung weitgehend die Friedensordnung von 1919 ff. Dieser gegenüber gab es vornehmlich vier revisionistische Mächte. Das waren entgegen der gängigen Betrachtung aber nicht Deutschland, Italien und Japan sondern Deutschland, Großbritannien, Polen und Rußland/Sowjetunion. Merkwürdigerweise fällt trotz seines globalen Ansatzes Ostasien mit Japan/China weitestgehend heraus. In diesem Rahmen wird der Weg von der wirtschaftsfriedlichen Revisionspolitik Stresemanns zu einer radikaleren nationalsozialistischen Expansionspolitik nachgezeichnet, das rassenideologische Moment aber als sekundär abgeteilt. Letztlich erscheint Hitler als Politiker, der mit begrenzten machtpolitischen Expansionszielen für seine Lebenszeit bis Mitte der vierziger Jahre antrat, während Weltmachtsziele in den Vorweltkriegsplanungen von ihm erst auf die nächsten Generationen geschoben worden seien. Großes Augenmerk richtet der Vf. auf polnische Expansionsziele, die nicht nur auf die Grenzen von 1772, sondern unter Jozef Beck auch noch viel weiter ("Intermarium") gezielt hätten.

Unter diesen im einzelnen entfalteten Prämissen, die zwischen geistreich und verstiegen anzusehen sind, entwickelt der Vf. Eine bis zum September 1939 immer dichter werdende selektive Interpretationslinie. Sie liefert in der Tat Ansätze zu einer stärkeren Berücksichtigung gesamteuropäischer Vorgänge, auch wenn die weltpolitischen Zusammenhänge auch hier weiterhin stark vernachlässigt bleiben. Akzentsetzungen im einzelnen sind zu akzeptieren, neue und zum Teil sprechende Zitate werden in den Vordergrund gerückt. Wirklich neues liefert die Arbeit aber nicht. Der Versuch zu einer Relativierung NS-deutscher Expansion gegenüber anderen Revisionsrichtungen überzeugt nicht."